Eichenparkett als Saunaboden?

Hier der Bereich wo Du technische Fragen stellen kannst und Deine eigene Erfahrungen für die Allgemeinheit veröffentlichen kannst.
Antworten
Luigee
Beiträge: 7
Registriert: 21. März 2013, 08:41

Eichenparkett als Saunaboden?

Beitrag von Luigee » 6. Mai 2013, 08:44

Hallo zusammen!

Ich habe noch ein paar Pakete Echtholz-Eichenparkett übrig (weiß gekalkt, ansonsten unbehandelt) und frage mich nun, ob ich es als Boden für unsere Sauna im Gartenhäuschen verwenden kann?
Bislang liegen dort Bodendielen, die zum einen aber sehr alt und deswegen viele Spalten aufweisen und zum anderen zum Splittern neigen.
Ich würde dann das Parkett einfach darüber legen? Sollte ich es vorher noch behandeln?

Danke und viele Grüße
Martin


AndyAC
Beiträge: 239
Registriert: 7. August 2012, 10:00

Beitrag von AndyAC » 6. Mai 2013, 09:59

Aus was für Material der Boden ist, ist dem Saunaklima relativ egal da dort die Temperaturen bei Heimsaunen selten 30°C oder mehr erreichen. Ich würde aber immer empfehlen etwas zu nehmen das pflegeleicht ist.
Das ist im Prinzip wie in der Küche oder dem Badezimmer. Im regulären Betrieb bleibt der Boden trocken. Es tropft aber nicht nur etwas Schweiß auf den Boden, es kommt auch schon mal vor, dass Aufgusswasser aus versehen in größerer Menge auf den Boden kommt. Das sollte der Boden schon aushalten. Ob du das mit einer Versiegelung hinbekommst musst du selber entscheiden.
Bei Saunen im Aussenbereich sollte besonders großer Wert auf Wärmeisolierung im Bodenbereich gelegt werden. Auch eine elektrische Fußbodenheizung wird oft empfohlen da gerade die Aussensaunen trotz 100°C unter der Decke immer wieder Probleme mit Fußkälte haben.

Andreas

Luigee
Beiträge: 7
Registriert: 21. März 2013, 08:41

Beitrag von Luigee » 6. Mai 2013, 10:57

Gerade aus Gründen der Wärmeisolierung habe ich über den Schritt des zusätzlichen Bodenbelags nachgedacht.
Da der Boden des Gartenhäuschen "unterlüftet" ist, wird er bei kälteren Außentemperaturen schon mal etwas kälter.
Die Entscheidung ist also gefallen: Ich werde das Parkett verlegen.
Mal schauen, ob und wie ich es am besten versiegel...

micheleupen
Beiträge: 68
Registriert: 13. September 2011, 10:47

Beitrag von micheleupen » 7. Mai 2013, 08:15

wäre vielleicht nicht schlecht noch eine Holzweichfaserplatte drunter zu verlegen, falls die Aufbauhöhe reicht .
die Platten die beim Hausbau verwendet werden haben eine höhe von +- 2 cm.
Grüsse MJ

Mainthal
Beiträge: 4
Registriert: 26. April 2013, 15:37

Beitrag von Mainthal » 8. Mai 2013, 14:25

micheleupen hat geschrieben:wäre vielleicht nicht schlecht noch eine Holzweichfaserplatte drunter zu verlegen, falls die Aufbauhöhe reicht .
die Platten die beim Hausbau verwendet werden haben eine höhe von +- 2 cm.
wir haben auch vor einem Jahr Parkett im Internet erworben und mit den Resten unsere Räumlichkeiten im Saunabereich ausgestattet.
Den Tipp mit der Holzweichfaserplatte zur Dämmung kann ich absolut unterschreiben, die wurden damals bei uns ebenfalls installiert.

Ansonsten kannst du das eigentlich bedenkenlos installieren. Achte darauf, dass du alles relativ gut versiegelst, damit wenig Feuchtigkeit in die Fugen kommt. Wenn du größere Mengen Wasser auf der Fläche hast, solltest du nicht sooo lange warten bis du das Wasser entfernst.
Wenn du dies berücksichtigst, dürftest du allerdings sehr lange Freude daran haben.

viel Erfolg
Zuletzt geändert von Mainthal am 14. Mai 2013, 10:28, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
finsterbusch
Beiträge: 1363
Registriert: 2. Juli 2007, 14:58

Beitrag von finsterbusch » 12. Mai 2013, 17:01

es gibt auch wasserauffangschalen für saunaöfen, wenn man es mal mit dem aufguß übertrieben hat...

Donald
Beiträge: 1
Registriert: 29. Januar 2015, 22:33

Beitrag von Donald » 29. Januar 2015, 22:38

Mainthal hat geschrieben:
micheleupen hat geschrieben:wäre vielleicht nicht schlecht noch eine Holzweichfaserplatte drunter zu verlegen, falls die Aufbauhöhe reicht .
die Platten die beim Hausbau verwendet werden haben eine höhe von +- 2 cm.
wir haben auch vor einem Jahr Parkett im Internet erworben und mit den Resten unsere Räumlichkeiten im Saunabereich ausgestattet.
Den Tipp mit der Holzweichfaserplatte zur Dämmung kann ich absolut unterschreiben, die wurden damals bei uns ebenfalls installiert.

Ansonsten kannst du das eigentlich bedenkenlos installieren. Achte darauf, dass du alles relativ gut versiegelst, damit wenig Feuchtigkeit in die Fugen kommt. Wenn du größere Mengen Wasser auf der Fläche hast, solltest du nicht sooo lange warten bis du das Wasser entfernst.
Wenn du dies berücksichtigst, dürftest du allerdings sehr lange Freude daran haben.

viel Erfolg
Womit soll man den Boden versiegeln? Reicht da normales Öl, Wachs, oder was ist da am besten um die Feuchtigkeit nicht eindringen zu lassen?

CalmLikeABomb
Beiträge: 2
Registriert: 19. Januar 2015, 02:02

Beitrag von CalmLikeABomb » 30. Januar 2015, 10:52

viiiieeeeelllllll text. :roll:

ich antworte dir jetz nicht als saunabesitzer, sondern als gelernter gebäudereiniger, der sowas schon hunderte mal beschichtet hat.
alle echtholzparkette werden versiegelt, um feuchtigkeit abzuhalten und gewissen schutz gegen bestimmte dinge zu bieten.
welche versiegelung verwendet wird, hängt auch von der verlegeart ab.
schwimmend verlegtes parkett erlaubt keine verwendung von polyurethan-/ PUR-siegel, da diese eine zähe deckschicht ergeben, also eine art "gummi"belag, der unter umständen reißt, da der fussboden sich auf seiner kompletten fläche bewegen kann. da müsste das parkett dann (man nennt das "schubfest") fest mit dem untergrund verbunden, sprich verklebt werden.
ansonsten isses ziemlich egal. da die temperaturen am boden nicht allzu hoch sind, kann man sich in abhängigkeit von gewünschten faktoren aussuchen, was man verwendet.
auf keinen fall säurehärtende siegel. gibts zwar eh kaum noch, aber die gasen noch über monate hinweg formaldehyd-verbindungen aus.


auf ein grundsiegel kann verzichtet werden, das is auch heute gängige praxis, ausser bei tropenhölzern, da diese ihre farbe nicht verändern sollen.
heisst also gleich endsiegel drauf. :)
auch sollte das parkett vor der versiegelung geschliffen werden. dafür gibts spezielle maschinen, man kann im normalgebrauch auch übliche bandschleifer oder schwingschleifer nehmen, um die gröbsten kanten zu entfernen.
man schleift eigentlich 4 mal pro körnung, das ganze mal 3 oder 4 mit jeweils feiner werdender körnung, um die schleifspuren des vorangegangenen zu entfernen. pro schleifgang in den richtungen vertikal, horizontal, diagonal links und diagonal rechts. also I _ / \.
bei einer sauna mag das recht schnell gehen, bei nem ballsaal zieht sich allein das abschleifen schon den ganzen tag hin. :lol:
muss aber für die heimsauna nicht zwingend gemacht werden, da die deckschicht ohnehin stark genug sein soll, um das dann zu "kaschieren". es geht nur um "splitter" oder grobe holzfasern, die bei feuchtigkeit (auch das siegel ist feucht) dazu neigen, sich aufzurichten, auszuhärten und dann in die füße pieksen. :wink:
den schleifstaub kann man aufheben, falls irgendwo löcher (äste, oder mal was runtergefallen) im parkett sein sollten, einfach mit holzleim mischen und in die löcher schmieren, trocknen, abschleifen fertig. natürlich vorm siegel.

ich gehe jetz einfach mal alle gängigen siegel durch.

die angegebenen mengen sind erfahrungswerte meinerseits.

säurehärtende siegel:
niemals nicht, weil giftige formaldehyde beim aushärten entweichen, über viele monate hinweg wird die sauna dadurch unbrauchbar !!!
die einzigen 2 vorteile dabei wären, dass es lediglich ca. 5 stunden zum aushärten braucht, und der raum dann schon wieder begehbar wäre. wenn da nicht die dämpfe wären. und das siegel wird extrem hart.

polyurethan/ pur-siegel:
nur bei fest verklebten parkett !!! war früher das meistverwendetste siegel
- zähe Deckschicht
- "resistent" gegen mechanische Einflüsse (wenn mal was runterfällt)
- chemikalienbeständig, sowohl sauer als auch alkalisch
- wasserfest
- rutschhemmend
- ausschliesslich seidenmatt erhältlich

- 3 schichten mit je 200ml/m²

kunstharz-öl-siegel
- dauert in abhängigkeit der temperaturen relativ lange zum aushärten. um die 3-4 tage. es bedarf viel sauerstoff, also tagelang türe auf
- wasserbeständig (nicht wasserfest, pfützchen sollten also tunlichst zügig entfernt werden)
- widerständsfähig gegen mechanik
- nicht säurebeständig !
- sehr rutschhemmend
- verwendet man eigentlich meist bei holzpflaster im gewerblichen bereich
- relativ teuer

- 2-3 schichten mit je 150ml/m²

wasserlack
im zuge des umweltschutzes greift man hier wie in der autoindustrie auch, heute meist zum wasserlack.
- stinkt nicht
- harte deckschicht
- dafür aber empfindlich gegen spitze gegenstände (z.b. pfennigabsätze)
- lässt sich super verarbeiten, weils ähnlich wie fliess-estrich schon fast selbstnivellierend ist.
- extrem hitzeresistent !!! das zeug brennt nicht
- weitgehend chemikalienbeständig (wenn man nicht grad aggressives zeug wie rohrfrei oder into hinkippt)

- 2 schichten mit je 150ml/m², günstiger als pur-siegel

öl
nur ölen is nicht zu empfehlen, da kaum schutz gegen machanische oder chemische einflüsse da sind. auch wasser dringt in die poren ein, da der boden in der sauna permanenten temperaturschwankungen ausgesetzt ist. demnach arbeitet das holz auch mehr und es entstehen immer neue mini-risse, die dann das wasser aufnehmen können. wenn öl, dann in verbindung mit wachs oder kunstharz (aber da is ja beides schon in einem :) )

wachs

eins vorweg, bei uns gibts nen spruch:
einmal gewachst, immer gewachst !

heisst, während man bei den anderen siegeln einfach nur abschleifen kann und neu versiegeln, auch mit was anderem, ist dies bei wachs nicht möglich. man ist dann gezwungen auch wieder mit wachs neu zu beschichten.
zum einen muss man das wachs erstmal abschleifen. geht natürlich nicht mit normalen schleifscheiben, die setzen sich ja gleich zu. sondern nur mit speziellem edelstahlwolle pads. früher hat man alles mühsam mit terpentin auflösen müssen und dann aufwischen. das dauert eeeeeewig.
das wachs dringt einfach zu tief ein, als dass es später abgeschliffen werden kann. dann hält auch kein anderes siegel mehr drauf als nur noch wachs. das verbindet sich dann wieder, alles andere würde nach kurzer zeit anfangen abzublättern.

- extrem rutschhemmend
- wasserabweisend und -fest
- nicht chemikalienbeständig
- empfindlich gegen mechanik (spitze gegenstände)
- nicht schmutzabweisend
- man braucht spezielle technik (maschinen) zum auftragen

beim kaltwachsen gehts auch ohne, einfach drauf und verteilen, beim heißwachsen, brauchts eine maschine mit kessel, in dem das wachs zum schmelzen gebracht und auf konstanter temperatur gehalten wird. sonst härtets unterschiedlich aus und wird uneben.

- 2 schichten mit je 150ml/m², aber relativ teuer.

es gibt mittlerweile kombinationen aus ölen und wachsen bereits gebrauchsfertig, so dass man nicht erst zwingend ölen muss, bevor man wachst.

ich hoff dir ein bisschen geholfen zu haben, eine entscheidung zu treffen. :D

th-Freiburg
Beiträge: 102
Registriert: 19. März 2012, 15:20

Beitrag von th-Freiburg » 30. Januar 2015, 13:01

bei dir sind es ja Reste, die du verbauen wirst, aber für nachfolgende Leser, die sich für das Thema interessieren, mein kleiner Beitrag:

Ich habe mich für unbehandeltes Bambus-Fertigparkett entschieden. Ist nochmal härter, ziemlich wasserfest und wird nicht versiegelt. Hersteller sagt, dass das problemlos geht, hab also sogar ne Freigabe.
Das Zeug gibt es auch als Rollenware (2m Breit) zur schwimmenden Verlegung.

Antworten